Feuchtigkeit, Schlamm, Schweiß, Insektenstiche und Reibung können empfindliche Hautpartien der Pferde beanspruchen. Besonders im Sommer oder während längerer Regenperioden lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die regelmäßige Hautpflege.

Dabei haben Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Sie greifen zu einem fertig entwickelten Pflegeprodukt oder stellen eine einfache Ölmischung selbst her. 

Fertige Hautpflege: praktisch und unkompliziert

Ein fertiges Produkt ist eine gute Wahl, wenn Sie eine abgestimmte Rezeptur wünschen und die Pflege direkt anwenden möchten. Sie müssen weder einzelne Zutaten abmessen noch über die richtige Konzentration ätherischer Öle nachdenken.

Ein Beispiel ist HautFein von Bense & Eicke. Die Naturseife kombiniert unter anderem Olivenöl, Kokosöl und Jojobaöl mit Kamille, Heilerde und ätherischen Bestandteilen. Sie ist zum Reinigen und zur begleitenden Pflege beanspruchter Hautpartien vorgesehen und kann laut Produktbeschreibung auch bei Mauke oder Sommerekzem unterstützend eingesetzt werden. Die Seife wird auf dem angefeuchteten Fell aufgeschäumt und anschließend gründlich ausgespült.

Der Vorteil einer fertigen Seife liegt vor allem in der Reinigung. Schmutz, lose Hautschuppen und Rückstände lassen sich entfernen, bevor eine weitere Pflege aufgetragen wird. Wichtig ist, Seifen- und Shampooreste vollständig auszuspülen, da Rückstände die Haut zusätzlich reizen können.

Wann eignet sich eine selbst gemischte Hautpflege?

Eine selbst hergestellte Ölmischung eignet sich vor allem für:

  • trockene Hautpartien
  • spröde Stellen 
  • die gelegentliche Pflege kleiner Flächen
  • Pferde, bei denen Sie möglichst wenige Inhaltsstoffe verwenden möchten
  • eine individuell angepasste Pflegeroutine

Basisöle und ätherische Öle unterscheiden

Basisöle werden auch als Trägeröle bezeichnet. Sie bilden den größten Teil einer selbst gemischten Pflege und verdünnen ätherische Öle.

Geeignete Basisöle sind beispielsweise Ölmischungen oder reine Jojobaöl, Olivenöl oder Kokosöl. Jojobaöl lässt sich dünn verteilen, während Olivenöl eine etwas reichhaltigere Konsistenz besitzt. Kokosöl ist bei kühleren Temperaturen fest und eignet sich deshalb gut für einfache Balsame.

Ätherische Öle sind dagegen hoch konzentrierte Pflanzenextrakte. Sie dürfen nicht mit normalen Pflanzenölen gleichgesetzt werden. 

Im El Caballo-Shop finden Sie unter anderem ätherisches Lavendelöl, Deutsche Kamille, Copaiba, Zedernholz und Karottensamenöl sowie verschiedene fertige Mischungen. 

Rezepturen für eine einfache Pferde-Hautpflege

Die folgenden Rezepturen sind aus rechtlichen Gründen ausschließlich für die kosmetische Pflege kleiner, trockener und vollständig geschlossener Hautpartien gedacht. Sie sind nicht zur Behandlung von Infektionen, Mauke, Sommerekzem oder offenen Wunden bestimmt.

Rezept 1: Mildes Basis-Pflegeöl ohne ätherische Öle

Diese Mischung ist für den Einstieg besonders geeignet, da sie ohne Duftstoffe und ätherische Öle auskommt.

Zutaten

  • 30 ml Jojobaöl
  • 20 ml Olivenöl
  • eine saubere Braunglasflasche mit 50 ml Fassungsvermögen
  • alternativ: die fertige Ölmischung V-6

Herstellung

Geben Sie beide Öle in die gereinigte und vollständig trockene Flasche. Verschließen Sie diese und schwenken Sie die Mischung vorsichtig. Beschriften Sie die Flasche mit Inhalt und Herstellungsdatum.

Tragen Sie zunächst nur eine sehr kleine Menge auf eine begrenzte Hautstelle auf. Das Fell sollte dabei sauber und trocken sein.

Rezept 2: Sanftes Pflegeöl mit Lavendel

Diese Mischung enthält bewusst nur eine sehr geringe Menge ätherisches Öl.

Zutaten

  • 40 ml Jojobaöl
  • 10 ml Olivenöl
  • alternativ: die fertige Ölmischung V-6
  • 1 Tropfen ätherisches Lavendelöl
  • eine saubere Braunglasflasche

Herstellung

Füllen Sie zunächst die Basisöle oder das V-6 in die Flasche. Geben Sie anschließend einen Tropfen Lavendelöl hinzu und schwenken Sie die verschlossene Flasche gründlich.

Ätherische Öle wirken auch dann auf die Haut ein, wenn Sie sie selbst kaum riechen. 

Rezept 3: Pflegebalsam mit Kokosöl und Kamille

Der Balsam eignet sich für kleine, trockene Hautpartien. Er sollte nicht auf feuchte Fesselbeugen oder unter luftundurchlässigen Verbänden aufgetragen werden.

Zutaten

  • 20 g naturbelassenes Kokosöl
  • 10 ml Jojobaöl
  • alternativ: die fertige Ölmischung V-6
  • 1 Tropfen ätherisches Öl der Deutschen Kamille
  • ein sauberer, trockener Tiegel

Herstellung

Erwärmen Sie das Kokosöl vorsichtig im Wasserbad, bis es flüssig ist. Es darf dabei nicht stark erhitzt werden. Nehmen Sie das Gefäß aus dem Wasserbad und rühren Sie das Jojobaöl ein. Nutzen Sie alternativ fertiges V-6.

Lassen Sie die Mischung etwas abkühlen. Geben Sie erst dann einen Tropfen Kamillenöl hinzu und verrühren Sie alles sorgfältig. Füllen Sie den Balsam in den Tiegel und lassen Sie ihn bei Raumtemperatur fest werden.

Optionale Rezeptur mit Copaiba

Copaiba kann im El Caballo-Shop als ätherisches Öl für die verdünnte Anwendung mit einem Trägeröl angeboten werden. Möchten Sie es ausprobieren, ersetzen Sie in Rezept 2 den einen Tropfen Lavendel durch einen Tropfen Copaiba. 

Wichtige Regeln für die Anwendung

Testen Sie jede neue Mischung zunächst an einer etwa münzgroßen Stelle. Beobachten Sie die Haut mindestens einen Tag lang. Zeigen sich Rötungen, Wärme, Schwellungen, verstärkter Juckreiz oder Unruhe, waschen Sie das Produkt ab und verwenden Sie es nicht erneut.

Ätherische Öle sollten nicht unverdünnt aufgetragen werden, da Pferde manchmal stärker darauf reagieren als Mensch. Vermeiden Sie bei sogenannten heißen Ölen, wie Oregano oder Thymian Schleimhäute sowie Augen, Nüstern, Maul, Schleimhäute.

Nutzen Sie bei der ersten Anwendung nur ein ätherisches Öl. So lässt sich bei einer Unverträglichkeit leichter erkennen, welcher Inhaltsstoff dafür verantwortlich sein könnte.

Stellen Sie nur kleine Mengen her. Verwenden Sie saubere, trockene Gefäße und entsorgen Sie die Mischung, wenn sich Geruch, Farbe oder Konsistenz auffällig verändern.

Hautpflege ist keine medizinische Behandlung

Juckreiz, Schuppen, Krusten, nässende Stellen oder Haarausfall können unterschiedliche Ursachen haben. Neben äußeren Reizen kommen unter anderem Allergien, Parasiten sowie bakterielle oder pilzbedingte Infektionen infrage. Hautpflege kann die tierärztliche Behandlung deshalb unterstützen, ersetzt aber keine Diagnose.

Bei unklaren Veränderungen sollte deshalb zuerst die Ursache geklärt werden.

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